Das ganze Leben einer Seele dreht sich um die Suche nach der Antwort: Wer bin ich?
Da wir alle göttliche Wesen sind lautet die Antwort darauf: Alles. Ich bin alles. Du bist alles.
Alles was existiert.
Genau dafür dient dieses menschliche Leben. Ein Audrcuk dessen, was ich und du sein können.
Wir sind alle eins und doch sind wir alle so unterschiedlich wie jede Nuance einer Farbe des gesamten Regenbogens.
Wir können frei wählen, wer wir in diesem Leben, in diesem Körper, als diese Seele sein können.
Wer möchte ich sein?
Wie möchte ich mich fühlen?
Wie möchte ich mich erleben?
Wie möchte ich das Leben erleben?
In den letzten Wochen, Monaten fühlte ich mich so verloren. Was ich mir am allermeisten wünschte, was Klarheit. Eine Richtung. Mir fehlte eine Richtung, ein Ziel. Und ohne eine Richtung fühle ich mich verloren. Ich weiss dann nicht, in welche Richtung ich laufen soll, also laufe ich gar nicht. Ich bleibe stehen.
Diese Klarheit fehlt mir immer noch. Ich halte an alten Wegen fest, da sie die mir die einzig bekannten sind. Und doch fühlt sich keiner dieser Wege gänzlich richtig an. Gleichzeitig macht mein innerer Kritiker mich dafür fertig, dass ich nicht weiter laufe. Stillstand bedeutet Tot. Und dann gibt es da noch diese andere Stimme in mir, die sagt: Es ist ok, stehen zu bleiben. Sich umzusehen. Nicht mehr weiterzulaufen, während man noch nicht weiss, welcher Weg der neue, der richtige Weg ist. Mein ganz eigener Weg. Vertraue. Lass dir Zeit. Zeit ist es, was ich brauche.
Und vielleicht beginne ich nun herauszufinden, wohin ich gehen möchte in meinem Leben. Ein Weg, den nicht andere für mich gewählt haben. Ein Weg, den ich nun für mich wähle.
Es ist nicht einfach zu wissen, was man selbst wirklich will, nachdem es dir ständig von jemand anderem diktiert wurde. Es braucht Zeit und Ruhe, sich mit dem inneren zu Verbinden, sich selbst zu vertrauen. Einen Weg alleine gehen, den man bisher noch nie alleine gegangen ist. Es macht Angst und gleichzeitig fühlt es sich so frei an.
Freiheit ist es, was ich erleben will in diesem Leben.
Doch was bedeutet das genau? Die Freiheit zu jederzeit das zu tun, wonach mir gerade ist? Das zu tun, was mich glücklich macht. Was mich erfüllt.
Doch was ist es denn genau, was mich glücklich macht beim Tun? Lachen ist es. Lieben ist es. Ein Gefühl der Zeitlosigkeit. Natur. Schönheit. Doch ich weiss es ehrlich genau nicht so genau. Ich darf es noch heraus finden, in dem ich mir erlaube verschiedenes zu tun und mich selbst dabei genau zu beobachten. Es als ein Experiment anzusehen. Bei welchen Menschen fühle ich mich wohl? An welchen Orten? Bei welchen Aktivitäten?
Das Schreiben und das Lesen sind solche Aktivitäten, das steht fest. Und das Hören von sanfter Musik. Das ansehen von Blumen, das riechen an ihnen.
Wie möchte ich mich fühlen?
Ich möchte mich sanft fühlen. Ich möchte mich sicher fühlen. Ich möchte mich weich und stark zugleich fühlen. Ein tiefes Gefühl des Vertrauens. Ich möchte mich geliebt fühlen. Mich selbst ansehen und mich aus tiefstem Herzen lieben.
Ich möchte mich wertvoll fühlen. Auch wenn ich irgendwo nicht dazugehöre. Auch wenn die Welt da draussen mich vielleicht nicht versteht. Auch wenn die Menschen da draussen die Dinge anders betrachten, anders handeln als ich.
Ich möchte mich schön und lebendig fühlen. Ich möchte inspirierende Gespräche führen.
Ich möchte den süssen Geschmack von Jasmintee mit Honig in meinem Mund schmecken.
Ich möchte mich dankbar fühlen. Ich möchte die Dankbarkeit für James fühlen, die Verbindung zu ihm, auch über jede Distanz. Ich möchte kein Drama mehr zu ihm fühlen, kein Vermissen, kein Leid.
Er ist es, der als erster Mensch in meinem Leben diese weiche Seite in mir hervorgeholt hat. Sie war schon immer da, die Sanftheit in mir, vergraben unter all der Angst, dem Schmerz, dem Glauben immer stark sein zu müssen, um liebenswert zu sein.
Doch ich liebe diese Sanftheit so sehr an mir, ich möchte sie nicht wieder ablegen. Sie ist ein so schöner Teil von mir. Ich werde ihm für immer dankbar sein, dass er es, wie auch immer, geschafft hat mich so sicher bei ihm zu fühlen, dass diese im tiefsten dunklen Schatten verborgene Seite von mir, sich getraut hat ans Licht zu kommen.
Ich wünschte er könnte diese Zeilen lesen. Ich wünschte er könnte mich sehen, ich ihn sehen. Aber es ist kein Vermissen mehr. Es ist eine Verbindung, die keine körperliche Nähe mehr verlangt.
Denn ich fühle ihn auch so jeden Tag. Ich fühle was er fühlt. Ich höre was er denkt. Womit er sich ablenkt, um mich nicht zu vermissen. Ich fühle seine Liebe zu mir und auch seine Ängste und Sorgen, diese nicht ausleben zu dürfen. Und das ist ok. Er geht seinen Weg, den er selbst noch sucht. Er bleibt nicht stehen um einen neuen Weg zu suchen. Zumindest jetzt noch nicht. Er geht seinen gewohnten Weg weiter, auch wenn er spürt, dass dies ein Weg ist, den er geht, um andere Menschen nicht zu verletzen. Auch wenn er fühlt, wie schmerzvoll dieser Weg für ihn selbst doch ist.
Vielleicht irre ich mich auch. Vielleicht ist es nur meine eigene Fantasie, mein eigenes Herz, dass diese Fantasie erzeugt.
Über eines bin ich mir allerdings sicher: Noch nie habe ich eine andere Seele so klar und präzise über eine Entfernung über ihre Energie wahrgenommen.
Ich spüre seine Nähe, auch wenn er weit weg scheint. Diese Nähe ist nicht schmerzvoll, sie erfüllt mein Herz noch mehr als seine warmen Blicke, seine sanften Berührungen, seine liebevollen Worte, seine wertschätzenden Taten.
Und doch sitze ich hier und schaue immer wieder über meine linke Schulter, wartend, ob er nicht eines Tages durch meinen Garten läuft, zu mir, zu meinem Haus. Doch es ist kein schmerzvolles Warten. Vielleicht eher ein zu romantisches Warten. Es ist wohl einfach Liebe.
Eine Liebe, die ich so bisher noch nicht kannte. Nach so vielen Jahren, nach so vielen Begegnungen war ich endlich bereit, einer so tiefen und wundervollen Liebe zu begegnen. Es ist egal, dass wir nicht physisch zusammen sein können. Diese Liebe einmalig zu erfahren, war es alles wert. All die Beschämungen, all der Ausschluss aus den Kreisen, die meist eh nur oberflächlich waren. Neben der Begegnung zu James erscheint jede Begegnung nur oberflächlich. Diese Begegnung hat mein Herz so erfüllt, dass es sich nach nichts anderem mehr zu sehenen scheint.
Vielleicht braucht es gar nicht, dass wir zusammen sind. Es braucht auch nicht, dass er meine Liebe erwidert oder den Mut hat, sie in diesem Leben, unter diesen schweren Umständen zu erwiedern. Alles was es gebraucht hat, war, dass er mir gezeigt hat, was in mir wohnt. Sanftheit, Ausdruck und Inspiration.
Das ist es was er nicht nur in mir gesehen hat, er war es, der diese wunderschönen Seiten in mir aufgeweckt hat. Vielleicht können auch nur wir beide diese wunderschönen Seiten an mir sehen. Aber das reicht aus. Es reicht aus, dass ich sie sehe.
Und sobald ich an ihn denke, sobald ich ihn fühle, fühle ich genau diese Anteile wieder in mir. Ich fühle mich sanft, ich führe mich inspiriert und habe das Bedürfnis dem Ausdruck zu verleihen.
Sobald ich ihn in meinem Herzen fühle, fühle ich mich wieder sicher und getragen. Ich brauche ihn nicht physisch in meinem Leben zu haben, um von ihm getragen zu sein. Er hat sich so tief in meinem Herzen eingebrannt, dass er es immer noch tut. Und dafür werde ich ihm zum Rest meines Lebens dankbar sein.
Die Sterne sagen, dass wir nicht mehr zusammen kommen werden. Das es kein Happy End für uns geben wird. Und ich denke das ist ok, ich finde mich damit ab. Es ist nun an der Zeit, dass ich für mich alleine meinen neuen Weg finde.
James war nur derjenige, der mich dazu gebracht hat anzuhalten und einen neuen Weg zu wählen. Den Weg wählen werde ich nun selbst.
Es wird ein schöner Weg, so viel steht fest.
Ein Weg voller Sonnenschein, voller Blumen, voller Schönheit.
Ich werde ihn finden. Und ich werde mutig genug sein ihn zu gehen. Da bin ich sicher.