13:17
Heute ist wirklich ein schrecklicher Tag. Ich bin so verzweifelt. Ich weiss einfach nicht wie es weiter gehen soll. Meine finanzielle Lage zerreisst mich innerlich.
Nun könnte man denken: Mein Gott, such dir doch einfach einen Job.
Und es ist nicht so, als würde ich nicht arbeiten wollen. Aber das ist nicht so einfach, wie man denkt hier auf der kleinen Insel. Ich könnte jetzt all meine Energie rein stecken und versuchen hier einen Job zu finden, der aber definitiv schlecht bezahlt ist. Auch kein Problem. Ich kann und will aber nur teilzeit arbeiten, weil ich mit meiner Tochter sein möchte und sie nicht nur abends oder jedes zweite Wochenende sehen will. Dazu bin ich viel zu stark mit ihr verbunden. Hinzu kommen bürokratische Herausforderungen auf mich zu.
Trotzdem werde ich in den nächsten Tagen ein paar Bekannte kontaktieren, die hier vor Ort ein Business haben und anfragen, ob sie einen Job für mich haben.
Ich möchte aber mein Online Business nicht aufgeben. Ich habe in den letzten 6 Jahren all meine Energie in dieses Business gesteckt, ich liebe diese Arbeit und bin so dankbar dafür, das machen zu dürfen. Gleichzeitig muss ich die Kosten dafür decken können um weitermachen zu können.
Ich sehe diese Arbeit wirklich als meine Bestimmung und das Business hat mich die letzten Jahre sehr gut finanziert.
Dann kommen mir Gedanken auf wie, dass ich nach Deutschland zurück könnte und dort schnell einen neuen job finden würde mit meinen Qualifikationen.
Aber das kann ich meiner Tochter einfach nicht antun. Sie von ihrem Vater, ihrer Schule, ihren Freunden weg reissen, nur weil ich versagt habe.
Das ist das Schlimmste. Ich fühle mich wie eine Versagerin. Was ist nur los? Warum schaffe ich es nicht mich zu finanzieren mit 40 Jahren?
Manchmal kommet ein Gedanke auf wie:
Jetzt bist du frei. Du hast nichts. DU kannst von vorne anfangen.
Hätte ich kein Kind wäre das der Punkt an dem ich neu anfangen würde. Ein neuer Ort, ein neuer Job, neue Umgebung, neues Abentuer.
Vielleicht ist es auch mein Zeichen, dass mein Abschnitt hier vorbei ist? Das ich loslassen soll?
Aber was ist mit meiner Tochter?
Ich kann sie hier nicht weg reissen.
Oder doch?
Vielleicht hat sie auch Lust auf ein neues Abenteuer?
Aber wenn ich irgendwo arbeite, dann muss sie ja schliesslich irgendwo betreut werden. Das heisst sie muss dort zur Schule.
Neue Umgebung, neue Schule. Ich alleine mit ihr. Ohne einen einzigen Euro in der Tasche.
Wie soll das gehen?
Ich bräuchte wenigstens ein wenig Startkapital, eine Wohnung, irgendwas. Alleine habe ich mich immer getraut solche Abenteuer zu machen, aber mit ihr?
Ich habe ihr gegenüber so ein schlechtes Gewissen.
Alles was ich wollte war es eine gute Mutter zu sein und jetzt habe ich so sehr versagt.
Ohne Ersparnisse, einfach auf mein business vertraut, was bisher auch immer gut lief. Und jetzt plötzlich nicht mehr.
Es ist sicher, weil Lina mich verflucht hat.
Oder aber ich soll daraus lernen.
Ich weiss einfach nicht mehr, woran ich mich festhalten soll.
Ich strampel und strampel und nichts passiert.
Ich möchte so gerne, dass mich jemand mal in den Arm nimmt und mir sagt: Keine Sorge. Ich bin für dich da. Ich helfe dir.
Aber ausser meiner Tochter wird das niemand tun.
Ich will nicht die ganze Zeit weinen, mich selbst bemitleiden, in dieser Opferrrolle verweilen.
Ich weiss, dass mir das nichts bringt.
Aber ich kann auch nicht aufhören zu weinen.
Ich fühle mich so alleine.
EIne Versagerin.
Ich habe versagt.
Mit meiner Familie kann ich nicht darüber sprechen, denn dafür ist die Scham viel zu gross.
Sie würden mich nur beschämen und sagen: Dann komm halt nach Deutschland zurück.
Aber das kann ich meiner Blume einfach nicht antun.
Ich würde alles tun, damit sie weiterhin glücklich ist.
Alles würde ich für sie tun. Alles.
Und auch die Gedanken von Escort kamen mir schon, einfach damit ich irgendwie über die Runden komme und meine Tochter weiterhin ihr Leben heir leben kann.
Ich muss einfach eine Lösung finden.
Es muss eine Lösung geben.
Es gibt immer eine Lösung.
Meine Intelligenz hat mir doch schon immer den Arsch gerettet.
Aber die Selbstverurteilung blockiert mich gerade total.
Die Tränen hören nicht auf.
Selbstmitleid.
Selbstverurteilung.
Ich hasse mich gerade.
Ich bin sauer.
Auf mich.
Auf alle.
Und jetzt schreibe ich, nur weil mein verstorbener Vater und Gott es angewiesen haben.
Jeder würde mich wohl zurecht für verrückt halten und mir sagen, das ist absolut verschwendete Zeit.
Und ich kann es ihnen nicht verübeln.
Wahrscheinlich halte ich mich an dieser ganzen Spiritualität, an dem Glauben an Gott nur fest, weil ich gerade keinen anderen Anker habe. Wir werden sehen, wozu es gut ist.
Ich möchte vertrauen.
Ich möchte meine Heilkräfte als Gabe sehen.
Ich möchte diese Gabe nutzen.
Nur möchte derzeit wohl niemand meine Gabe in Anspruch nehmen…
Kein wunder, würde ich auch nicht, wenn ich mich so sehen würde, heulend, beschwerend, im Opfermodus.
Fragen wir doch mal Gott, was SIE/ER dazu zu sagen hat:
Ich: Na, was hast du zu sagen?
Gott: Endlich lässt du all diese Gefühle mal raus. Endlich folgst du deiner Intuition und hörst auf zu rauchen. Du machst dir Sorgen über deine Finanzen, doch deine Seele hat viel wichtigeres im Sinn als nur deine Finanzen. Und hier bewegst du dich endlich in genau die Richtung, in die deine Seele möchte. Seit 6 Jahren führt du diesen inneren Kampf der Selbstverurteilung, hauptsächlich wegen dem Rauchen. Jetzt hast du aufgehört und siehst, wie viel Selbstverurteilung dadrunter noch versteckt war. Jetzt kann es raus kommen.
Wie willst du deinen Wert sehen, wenn er von so viel Selbstverurteilung überdeckt ist? Jetzt hast du Raum um das alles zu fühlen, loszulassen.
Ich: Ok, ich verstehe. Aber was wenn ich in den nächsten Wochen verhungern werde, weil ich kein Geld habe?
Gott: Du wirst nicht verhungern. Das hast du noch nie und wirst du auch nicht.
Ich: Ok. Verhungern werde ich sicher nicht. Aber was wenn ich kein Geld mehr habe, um meine Online Dienste zu bezahlen? Dann muss ich mein Online Business schliessen?
Gott: Hab vertrauen. Manchmal ist der Weg zu etwas neuem, etwas grösserem sehr steinig und hart.
Ich: Ich schäme mich so sehr was die anderen über mich denken, dass ich versagt habe.
Gott: Genau das ist es. Und diese Scham musst du loslassen.
Ich: Ich verstehe. Es geht also um diese Scham. Die Scham davor versagt zu haben. Die ist bei mir wirklich sehr sehr sehr gross. Ich habe es schon geschafft die Angst vor Ablehnung loszuwerden, aber die Angst vor Scham ist irgendwie noch grösser.
Ich habe keine Scham zu erzählen, dass ich eine Liebesaffäre mit dem Partner meiner Freundin eingegangen bin, denn das erscheint mir wie ein menschlicher Fehler. Ich habe keine Angst vor Ablehnung auf Grund dieser Geschichte, da ich denke, wenn mich jemand deshalb ablehnt, dann brauche ich ihn nicht als Freund. Denn die Menschen sollten mich kennen um zu wissen, dass ich aus Liebe gehandelt habe und sicher in diesem Prozess auch fehler gemacht habe. Das ist aber menschlich.
Aber jemandem zu erzählen, dass ich pleite bin? Eine riesen Hürde. Das kann ich nicht. Ich habe grosse Angst davor dafür verurteilt zu werden.
Dass ich hier Fehler gemacht habe scheint unverzeihlich. Dabei habe ich nicht einmal jemandem weh getan, so wie bei der Affäre. Ich habe niemandens Leben zerstört, ausser mein eigenes vielleicht.
Ich beginne das Lernfeld zu verstehen. Die Scham des Versagens. Das was meine grösste Angst war, die Angst die meine Mutter mir gegeben hat.
Das heisst was: Ich muss es in die Welt hinaus brüllen? Dass ich versagt habe? Dass ich pleite bin?
OMG, das fällt mir so unfassbar schwer. Aber ich fühle, dass du mich dazu zwingen willst, ist das richtig?
Gott: Es wird dich befreien. Es wird dich heilen.
Ich: Aber wenn ich das meinen Klienten sage, dann verliere ich meine Glaubwürdigkeit. Warum sollten sie sich von jemandem coachen lassen, der beruflich / finanziell versagt hat?
Gott: Weil du weiterhin eine grossartige Mutter bist. Und das ist deine Gabe. Du bist auch weiterhin eine grossartige Heilerin. Das ist deine Gabe.
Und du verkaufst Verletzlichkeit, Ehrlichkeit, Authentizität.
16:40
Ok. Ich habe beschlossen meiner besten Freundin zu erzählen, dass ich nur noch wenige hundert Euro auf meinem Konto habe und meine Scham diesbezüglich zu überwinden. Daraus wurde eine 30 minütige Sprachnachricht, in der ich pausenlos weinte, während ich ihr schluchzend erzählte, wie sehr ich mich dafür schäme und wie sehr ich mich wie eine Versagerin fühlte.
Natürlich hat sie mich beruhigt und mir gesagt, dass sie nie im Leben auf die Idee gekommen wäre mich mit dem Thema Versagen in Verbindung zu bringen.
Auch nicht, wenn ich in meinem business mal ein paar schlechte Monate hatte. Und sie natürlich versteht, wieso diese Scham da ist (Kindheit, Leistung = Wert, Noten und Schulzeugnis = Liebe oder Ablehnung, Kontostand = Schulzeugnis) aber sie zum Beispiel da hingehend überhaupt keine Scham hat, was wieder schön spiegelt, dass dies mein inneres Thema ist.
Aber so schmerzvoll, dass ich mir die Augen rot geweint habe, während ich ihr meine Sprachnachricht schicke.
Ich bin gespannt wie es weiter geht.
Fakt ist, dass ich dazu kam, als ich hier schrieb und dieses innere Gespräch mit Gott aufschrieb.
Fakt ist auch, dass ich mit Zigaretten die Energie, den Schmerz sicher um einiges betäubt hätte.
1:0 für Gott, würde ich sagen.
Ich beginne zu verstehen.
Diese Scham, die Angst vor dem Versagen – vor allem beruflich – und die Wertkopplung an mein Bankkonto ist sicher die tiefste Kernwunde. Sie hat mich sicher auch in meinem Business aufgehalten, auch wenn ich jetzt gerade noch nicht klar erkennen kann wie.
Vielleicht in dem Sinn, dass ich nicht zu gross werden wollte, da dann das Risiko zu scheitern auch grösser ist? Ich weiss es nicht.
Aber ich weiss, dass ich meinen Selbstwert erhöhen muss um erfolgreicher zu sein. Das spüre ich. Ich habe zwar schon einen relativ hohen Selbstwert, aber ich spüre da auch innerlich etwas, was mich limitiert.
Scham, Selbstwert, hängt ja schon irgendwie zusammen, oder? Und den Selbstwert strahle ich DEFINITIV aus in meinen Videos, Podcasts etc. Das weiss und spüre ich. Energie kommuniziert IMMER.
Jetzt möchte ich mich ein wenig ausruhen, ich bin total KO von dem ganzen Weinen und habe sogar ein wenig Kopfweh.
Meine Blume darf jetzt ein wenig Dokumentationen schauen, während ich ein wenig schlafe.
Mal sehen, ob ich danach nochmal eine Unterhaltung mit Gott oder meinem Papa (I know, there’s no big difference) führen werde und diese Unterhaltung hier aufschreiben werde.