14. Mai 2026: Experiment Hingabe

Die inneren Prozesse sind sehr herausfordernd. Die Gedanken sehr negativ. So negativ, dass ich sie selbst kaum noch aushalte. Und ja, ich weiss, dass sie von mir kommen, dass sie meine Schwingungsfrquenz senken, dass ich aus ihnen heraus manifestiere, dass ich positive Gedanken haben muss, um etwas Positives zu manifestieren.
Aber all das, womit ich in den letzten Jahren gearbeitet habe und was für mich funktioniert hat, scheint jetzt irgendwie nicht mehr zu funktionieren.

Also spreche ich mit Gott. Das funktioniert. Ausserordentlich gut sogar. Das war vor Jahren noch mein grösster Wunsch: Das mein Kanal so strak ist, dass ich jederzeit zu Gott sprechen kann. Auch ohne Substanzen. Darin habe ich mich geübt und nun kann ich das.
Derzeit bin ich viel verzweifelt und spreche deshalb oft mit Gott.
Ich verstehe immer besser, wohin mich diese ganze Verzweiflung führen soll.
Die gnadenlose Akzeptanz und das damit einhergehende gnadenlose Loslassen.
Die Angst in meiner Arbeit zu scheitern und kein Geld mehr zu haben ist die grösste Angst. Sie ist lähmend. Sie ist viel mehr als lähmend, sie ist wie eine innere Folter. Es ist keine Todesangst. Vor dem Tod habe ich keine Angst. Es ist eher eine Angst vor innerem unendlichen Schmerz. Das ist die Hölle, in der wir in Ewigkeit schmoren. Sie befindet sich in uns.
Um nicht auf Ewigkeiten darin zu schmoren, muss ich Akzeptieren. Denn wenn ich loslasse, woran ich festhalte und akzeptiere, dann leide ich nicht mehr.

Das Loslassen von bestimmten Zielen, Gedanken, Gewohnheiten ist im Grunde der selbe Prozess wie beim Loslassen von einem bestimmten Menschen, den man liebt und akzeptieren muss, dass man ihn nun nicht mehr in seinem Leben haben wird. Ob durch Tod oder Trennung. Durch diesen Loslassprozess bin ich schon des öfteren gegangen. Diesen Prozess kenne ich. Ich weiss, dass es weh tut. Das ich anfangs noch oft an diesen Menschen denke, dass ich vielleicht sogar mal geglaubt habe, ich würde ohne diesen Menschen nie wieder glücklich werden.
Desto mehr Trennungen ich aber durchlebt habe umso erfahrener bin ich und weiss nun, wie bei der Trennung von James, dass ich definitiv wieder glücklich werde und dass ich auch wieder einem neuen Menschen begegnen werde, den ich lieben werde. Auch wenn ich derzeit keine Ahnung haben wann und wen. Aber die Erfahrung hat mir diese Sicherheit gebracht.

Nun bin ich weniger erfahren in den Loslassprozessen, die ich derzeit durchlaufe. Deshalb kommen ähnliche Gedanken auf, wie bei der ersten Trennung, die man durchlebt. Die Angst, nie wieder glücklich zu werden. Aber ein Anteil in mir weiss auch, dass das nicht stimmt. Es ist halt die Angst vor dem Unbekannten.

Das Loslassen vom Rauchen kommt diesem Prozess am nächsten. Anfangs denkt man noch oft daran. Es war eine langjährige Beziehung. Manchmal kommt es noch zu on-and-off Begegnungen in der Trennungsphase. Bis man irgendwann realisiert, es gibt kein zurück mehr. Sich mit dem Gedanken anzufreunden, dass ich nie wieder rauchen werde. Ein emotionaler Prozess. Und doch weiss ich auf kognitiver Ebene, dass ich es – genauso wie meine Ex-Freunde – irgendwann nicht mehr vermissen werde. Wahrscheinlich wird das Rauchen sogar irgendwann mal einer dieser Ex-Freunde werden von denen man denkt: Ugh, wirklich? Was fand ich an dem nur jemals attraktiv?!
Ok, machbar. Es ist ein emotionaler Prozess, vielleicht sogar derzeit noch mit Trauer verbunden. Vielleicht noch mit On-and-off Momenten, die immer weniger werden, weil man realisiert, die Zeit ist wirklich vorbei.

Doch was ist mit meinem Beruf und meiner finanziellen Situation?
Gott sagte eben etwas zu mir, das mich bis ins Knochenmark durchdrang: Du wirst erst inneren Frieden finden, wenn du auch das los lässt. Zumindest innerlich.
Was wäre, wenn du damit einfach kein Geld mehr verdienst? Was wäre, wenn du die nächsten 12 Monate pleite bist?
Ein sehr, sehr schmerzvoller Gedanke.
„Ja, aber glaubst du es gäbe Dinge in deinem Leben, die dich trotz dessem noch glücklich machen würden?“, fragte Gott. „Könntest du selbst wenn du dein Online Business aufgibst erst mal arbeitslos bist, kein Geld hast, könntest du trotzdem glücklich sein?“

Das brachte mich zum Nachdenken. Ja, das könnte ich. Alleine schon wegen meiner Tochter. Egal was ist, ihre Anwesenheit alleine macht mich immer tief glücklich. Die Gespräche mit ihr. Das gemeinsame Lachen, das gemeinsame Tanzen, es würde nicht verschwinden.
Wie würde ich aber mein Leben bezahlen?
Wahrscheinlich müsste ich natürlich alles auf ein absolutes Minimum reduzieren. Und erst mal von den 500 Euro im Monat leben, die mein Ex-Mann auf ihr Konto einzahlt. Das würde für das Essen, das Essen der Hund, evtl. noch meinen Roller gerade so ausreichen. Müsste es dann ja.

Ich gab mich diesem Gedanken hin. Es macht mich traurig. Es ist nicht nur ein Loslassen meiner Arbeit, die ich mir über die letzten Jahre aufgebaut habe, es ist ein Loslassen meiner gesamten Identität. Die Scham, dies meinen Kunden zu verkünden. Die, die bereits in meinem online Kurs sind. Aber wenn ich weiterhin keinen Umsatz mache, werde ich genau das tun müssen, denn ich werde die Online Plattformen, auf denen ich meine Kurse anbiete, meine Funnels aufbaue etc. einfach nicht mehr weiter bezahlen können. Und was dann?
Dann habe ich mich ein wenig in diese Geschichte fallen gelassen. Ich komme dabei in einen inneren Zustand wie Michael A. Singer in seinem Buch „Experiment Hingabe“ wo er einfach nur noch auf das Leben reagiert. Ich würde passiv werden und auf das Leben reagieren. Wie ich meinen Ex-Mann kenne würde er mir anbieten für ihn zu arbeiten, seinen Villen zu managen. Alleine der Gedanke daran lässt mich weinen. Ich hasse diese Arbeit. Noch mehr hasse ich es für meinen Ex-Mann arbeiten zu müssen. Aber er wird mich damit erpressen, bin ich ziemlich sicher, denn er wird es nicht einsehen, mich zu finanzieren. Selbst mit den mickrigen 500 Euro im Monat. Selbst mit dem Wissen, dass ich unsere Tochter grossziehe, ihr das Lesen und Schreiben beibringe, ihr das Rechnen beibringe, ihr derzeit beibringe, wie sie sich gegen Mobbing im Aussen wehrt. Er sieht all das nicht und er wird es nie sehen, das weiss ich bereits. Er kann es einfach nicht. Das ist nicht seine Natur. Er ist einfach kein Mensch, der anderen Menschen gegenüber Wertschätzung empfindet.

Und da rutsche ich wieder in die Opferrolle.
Obwohl ich das nicht will, es ist irgendwie da.
Es ist ein Teil des Loslassens.

Ich werde das Leben entscheiden lassen.
Ich werde innerlich Loslassen und mich mit dem Gedanken abfinden, dass ich mein Online Business wohl erst mal niederlegen werde. Zumindest mich mit dieser Option anfreunden.
Gleichzeitig werde ich weiterhin an meinem Funnel, meinem Instagram Account und meinen Meditationen arbeiten. Das Leben soll mir dann zeigen, ob ich weiter machen soll oder ob ich wirklich einen vollkommen neuen Weg einschlagen soll.
Ich habe nicht die geringste Ahnung wohin dieser Weg mich führen wird.

Vielleicht werde ich schreiben?
Vielleicht ist es nur ein Tief, dass ich überwinden muss und mein Online Business wird weiter leben.
Vielleicht ist die Annahme nur ein Prozess, das Loslassen nur ein innerer Prozess, der meinem Online Business dient?
Wir werden es sehen.

Experiment Hingabe hat begonnen.
Nun trauere ich mich erst einmal durch meinen Loslassprozess. Das gehört dazu und sollte meiner Erfahrung nach auch nicht unterdrückt werden.
Mal sehen wie dieser Prozess wird.